Eigentlich wollte ich ja häufiger schreiben. Regelmässiger. Vorsätze und so…im Eimer. Ich hab einfach keine Zeit für solche Spässe ;) Doch jetzt arbeite ich mal etwas nach. Zuerst einmal die Cliffs von Moher. Letzten Sonntag nahm ich an der Tour zu den Cliffs teil. Während es am Samstag zuvor noch so stark geregnet hatte, wie ich es in meinem ganzen Leben noch selten erlebt habe, hatten wir am Sonntag tolles Wetter. Tja, selbst das Wetter richtet sich nach meinem Plänen. Toll!
Die Cliffs sind wohl die bekanntesten Steilklippen von Irland, auch wenn sie “nur” 200 Meter hoch sind. 200 Meter ist ganz schön viel und die Klippen sind wirklich toll. Die Gischt wird mit dem Wind die ganzen 200 Meter hoch getragen. Wenn man dort oben steht und über die ganzen Klippen hinweg sieht, das Meer unter einem an die Felsen donnert, der Wind einen fast zu Boden wirft und die Möwen über einem kreischen: Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Man fühlt sich frei, lebendig und doch so klein. Bilder können da wirklich nur einen Bruchteil davon wiedergeben, doch ich habe trotzdem viel zu viele gemacht.
Ich frage mich jedoch, wie viele Todesopfer es jährlich gibt. Ich habe von etlichen Suizidfällen gelesen und wenn es regnerisch und windig ist, kann ich mir die Klippen wirklich als sehr gefährlich vorstellen. Tatsächlich gibt es eine Sicherheitsabsperrung und wenn man diese nicht überschreitet, dann kann einem kaum etwas geschehen, doch kaum jemand beachtet die Absperrung, denn man sieht sonst etwas gar wenig.
Ehe wir zu den Cliffs gelangten, fuhren wir jedoch noch durch die Burren, einer wirklich sehr speziellen Landschaft im County Clare, südlich von Galway. Die Landschaft dort ist auch wieder hügelig, jedoch vor allem felsig. Die ganze Oberfläche ist vertikal, aber auch horizontal durch Risse, Spalten und Rinnen gezeichnet (Fachbegriff wäre wohl Karren). Dadurch fliesst Wasser extrem schnell wieder ab. Wenn es stark regnet, dann fliesst das Wasser sozusagen stufenweise ab. D.h. zuerst ist die oberste Strasse überflutet, am nächsten Tag dann die nächst untere etc. bis sich das Wasser dann entweder ins Meer ergiesst oder es sich in so genannten Turloughs sammelt (das allerdings nur im Winter).
Interessant sind natürlich auch zahlreiche sakrale Bauten, egal ob christlichem oder keltischem Ursprunges. So gibt es Steinformationen, von Erdwällen umgebene heilige Orte und natürlich wieder Klöster und Burgen. Eine wirklich sehr interessante und einzigartige Landschaft, die ich gerne noch ausführlicher erkunden möchte. Mal schauen ob sich da was ergibt.
Wie bereits angedeutet, habe ich wieder jede Menge Photos gemacht. Mal schauen wie lange es dauert, bis ich die alle geordnet und kommentiert habe:

Hallo,
meine Recherchen haben ergeben, dass pro Jahr ca. ein halbes Dutzend Menschen an den Cliffs ums Leben kommen. Ein Teil davon entscheidet sich selbst zum Sprung, andere rutschen aus Versehen ab oder aber werden von einer plötzlich starken Windböe mitgerissen.
Was mich erstaunt, ist, dass manche nach Herunterfallen ins Wasser tatsächlich noch leben, auch wenn sie später im krankenhaus ihren schweren Verletzungen erliegen. Aber wie zum Henker überlebt man einen 200m Fall in die Tiefe, auch wenn dieser im Meer endet??? Ist denn das Wasser dort so tief?
So oder so, ein Unfalltod an den Cliffs muss mehr als tragisch sein. Aber was tut man nicht alles für ein tolles Foto?
Naja, ist aber auch seltsam, wie dort auf die Sicherheit geachtet wird. Seit einigen Jahren haben sie dort ja alles umgebaut und nun wird alles von ziemlich hohen Wänden geschützt und wenn man sich an die Vorschriften hält, kann man sehr wenig von den Cliffs sehen. Doch da es ein “Loch” in der Absperrung hat, gehe ich schon beinahe davon aus, dass die Betreiber damit rechnen, dass sich sowieso kaum jemand an die Vorschriften hält.